Fototechnik in der Geschichte

Der Blick auf die Fototechnik und ihrer Geschichte zeigt dabei einen raschen Wandel fototechnischer Verfahren seit den frühen Heliographien und Daguerrotypien ab 1816/26, als es Joseph N. Nièpce gelungen war, einen ersten kurzlebigen, da nicht fixierten Abzug (1816) sowie (1826) die „erste Fotografie“, einen lichtbeständigen Fensterausblick in Chalon-sur-Saône anzufertigen. Die von Louis Jacques M. Daguerre erfundene Daguerrotypie folge nur 10 Jahre später als ein auf Quecksilberdämpfen und Kochsalz basierendes Fixierungsverfahren, das jedoch vorerst nur Unikate auf versilberten Kupferplatten ermöglichte. Nièpce und Daguerre hatten ab 1926 in beständigem Briefkontakt gemeinsam an einer besseren Fixierungsmethode gearbeitet, die Fertigstellung des Daguerrotypieverfahrens jedoch gelang Daguerre erst 4 Jahre nach dem Tod seines Erfinderkollegen. Bereits zwei Jahre zuvor (1835) war es jedoch William Henry Fox Talbot gelungen, das Postitiv-Negativ-Verfahren (damals noch unter den Bezeichnungen Kalotypie und Talbotypie bekannt) zu entwickeln, das in den Folgejahren begann, sich gegen die Daguerrotypie durchzusetzen und bis zur Entwicklung der digitalen Fotografie zur Grundlage fototechnischer Verfahren wurde. Erst dieses Verfahren ermöglichte Reproduktionsmethoden durch mehrere Abzüge von einem originalen Negativ.

Fototechnik in der Geschichte

Von hier an dauerte es nur noch ein halbes Jahrhundert, in dem an der Verbesserung des Verfahrens, an der Entwicklung von Verschlüssen, an besserer Tonwertwiedergabe und einer erhöhten Mobilität der Fotografie, also an der Verbesserung der gesamten Fototechnick, gearbeitet wurde, bis die erste massentaugliche Kamera, die bereits industriell gefertigte Rollfilmkamera „Kodak Nr. 1“ 1888 von George Eastman auf den Markt gebracht werden konnte. Durch den Filmentwicklungsdienst, den Eastman den Käufern bot, wurde die Fotografie nun erstmals auch für Amateure nutzbar. Auch wenn die Produktion der „Kodak Nr.1“ bereits 1889 wegen Patentstreitigkeiten mit Reverend Hannibal Goodwin eingestellt werden musste, gilt sie bis heute als legendäre erste Rollfilmkamera überhaupt. Sie war kleiner als die bis dahin üblichen Falt-, Balgen- und Klappkameras und stellte den ersten gangbaren Schritt zur mobilen Fotografie dar, die nicht nur Amateurfotografie und die Reisefotografie, sondern auch die Mobilität von Berufsfotografen journalistischer Branchen steigern konnte – wenngleich letztere das Fehlen eines Suchers beklagten, was zu einem vagen Zielen in die Richtung des Motivs zwang und dadurch zu einem Verlust der Bildkontrolle führte.

Fototechnik und spätere Erfolgsmodelle

Eastmans Entwicklungsdienst ermöglichte es, die Kamera mitsamt Film nach der Belichtung des letzten Bildes einzuschicken. Dieses Verfahren war bis dato einzigartig in der Geschichte der Fototechnik. Nach der Bearbeitungszeit von rund einem Monat erhielt er die Kamera mit eingelegtem neuen Film und die entwickelten Abzüge zurück. Nach der Produktionseinstellung erwies sich erst ein Nachfolgemodell, die Kodak Brownie Nr. 2 ab 1901, als erfolgreiche massentaugliche Boxkamera. In Deutschland konnte nach steigendem Interesse für Kameramodelle von Zeiss Ikon und Agfa das Agfa-Modell Preis-Box 1932 als Verkaufsschlager im Bereich Fototechnik brillieren: hier gelang es innerhalb kürzester Zeit, annähernd 1 Mio. Kameras umzusetzen. Mit einer solchen Kamera und ihrer Möglichkeiten, sich kreativ auszuleben, kann man jedem eine Freude machen. Wie wäre es beispielsweise mit einer Digitalkamera für den nächsten Last Minute Urlaub?